Geschichte der Feuerwehr Blons

1933- 1983 von Eugen Dobler

50 Jahre Vereinsleben und Vereinsgeschehen berechtigen wohl eine Rückschau und Bestandsaufnahme. Gegründet mit großem Fleiß und Zuversicht in wirtschaftlich schwerer Zeit, wurde die Aufbauarbeit des Vereines schon nach wenigen Jahren durch den 2. Weltkrieg (1939 - 1945) empfindlich gestört, sodass erst ab 1945 der gewünschte Aus- und Aufbau einer schlagkräftigen Wehr ermöglicht war. Die Lawinenkatastrophe des Jahres 1954 schien durch den Verlust des Spritzenhauses und sämtlichen Gerätes einen neuen Rückschlag zu bringen, das Lawinenhilfskomitee hat aber infolge des reichen Spendeneinganges das Verlorene großzügig wieder ersetzt. Lediglich der Bau eines neuen Gerätehauses ließ auf einige Jahre warten.

Abgesehen von der Kriegszeit 1939 - 1945 konnte der Mannschaftsstand immer aufgefüllt werden, die Jungmänner drängen geradezu, diesem gemeinnützigen Verein anzugehören. Die Bevölkerung von Blons hat durch Spenden und Teilnahme an den Veranstaltungen (Jasserbälle, Theater, Bälle und sonstige Feiern) den Verein finanziell immer bestens unterstützt. Auch die Gemeinde erfüllte in Anbetracht der wichtigen Aufgabe weitgehend die Wünsche der Wehr.

So möge es auch bleiben, zum Wohle des einzelnen und der ganzen Bevölkerung des Tales.

Angeregt durch das Bestehen der Ortsfeuerwehren in Thüringerberg (1926),8t. Gerold (1928) und Raggal (1915) und ausgelöst durch den Stallbrand bei Hof Nr. 24 in Oberblons, schritt der damalige Bürgermeister Julius Dobler im Jahre 1933 an die Gründung einer eigenen Ortsfeuerwehr. Dobler führte nicht nur das vorbereitende Proponentenkomitee, sondern übernahm als erster Feuerwehrkommandant zugleich die Führung und damit auch die Verantwortung für einen klaglosen und ziel führenden Aufbau.

Am 12. März 1933 fanden sich 25 Freiwillige zur Gründungsversammlung in der Gemeindestube im Kellergeschoß des alten Gemeindehauses Nr. 14/15 ein. Bei der Wahl der 1. Vorstandschaft am 9. April 1933 ging Julius Dobler HNr. 10 als Hauptmann, Erwin Zech HNr. 40 als Stellvertreter, Josef Jenny HNr.65 als Zugsführer, Robert Dobler HNr. 6 als Kassier und Schriftführer und Leo Dünser HNr. 61 als Rüstmeister hervor.

Aus organisatorischen und finanziellen Gründen wurde der Mannschaftsstand auf 20 Mitglieder begrenzt, weshalb die fünf ältesten Teilnehmer freiwillig auf ihren Beitritt verzichteten.

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Gründungsmitglieder der Freiw. Feuerwehr Blons 1935 - von links nach rechts: 1. Reihe: Leo Dünser, Josef Jenny, Julius Dobler, Josef Türtscher, Robert Dobler; 2. Reihe:. Engelbert Hartmann, Damian Nigsch, Josef Bischof, Pirmin Schäfer, Josef Hartmann, Alois Dünser und Lorenz Müller

1934 gab sich der Verein als »Freiwillige Feuerwehr Blons« die Statuten.

Obwohl die Gemeindevertretung mit der Gründung sehr einverstanden war, überließ sie den 20 Mannen der 1. Wehr zum großen Teil die Finanzierung der Erstausrüstung und die Errichtung des Geräte- bzw. Spritzenhauses, was die damaligen Protokolle bestätigen. Am 5. Februar 1933 gewährt die Gemeindevertretung einen Vorschuss von S 200,- und in der Sitzung vom 17. 9. 1933 zwei schöne Fichten im Verseidawald zur Beschaffung von Schläuchen und Geräten. Ein Jahr später, am 2. September 1934, gibt die Gemeinde die Bewilligung zum Bau eines Spritzenhauses und stellt hiefür unentgeltlich das erforderliche Rundholz am Stamm im Verseidawald - am Weg zur Alpe Senturn - zur Verfügung. In selbstloser Weise übernahmen die Feuerwehrmänner im Jahre 1933vier private Holzakkorde, um mit dem verdienten Gelde Blusen, Helme und Schlauchmaterial zu beschaffen. Leitern und Schlauchhaspel wurden von ihnen selbst angefertigt. Zum Ausgleich der Arbeitsleistung wurde ein Stundenlohn von 40 Groschen festgelegt, der aus der Fondskasse zu bezahlen war. So hatte im Jahre 1936jedes Mitglied 40 Arbeitsstunden unentgeltlich zu leisten. Wer das Limit nicht erreichte, musste für die fehlenden und weiteren Arbeitsstunden 40 g in den Fond entrichten.

Die Erstausrüstung, zum größten Teil vom Verein selbst finanziert, bestand aus 100m Schläuchen (.13 S), 8 Kupplungen (.112S), Fangsack, Signalhorn, 4 Leitern und Schlauchhaspel. Der Einsatz der Feuerwehr konnte daher auch nur im engeren Kirchdorfbereiche, wo eine Hydrantenanlage mit 3 Hydranten bestand, effizient sein. Um den Probebetrieb vollzählig zu sichern, wurde unentschuldigtes Fernbleiben mit 1S Strafe geahndet. Die ersten Proben fanden im damaligen Schießstande (1954 zerstört) oberhalb des Pfarrhofes statt. Jeden Sonntag Nachmittag wurden Proben gehalten. Es wurde viel Leiterdienst geübt, das Abseilen vom Turmfenster mehrmals durchgeführt und der Wasserdruck der Hydranten am Kirchturm überprüft.

Eine ganz besondere Leistung war der Bau des 1.Geräte- oder Spritzenhauses. Die Wehr rüstete und lieferte das Rundholz in Eigenregie, wo es auf einer Transportsäge in Oberblons geschnitten und dann zum Pfarrhofplatze »geschlittnet« wurde. Mit Zimmermann Josef Bertel wurde 1935 dort der »Riegel« abgebunden und dann das Spritzenhaus auf dem Grunde des Josef Hartmann sen. östlich der Adlerbündt an der Straße errichtet. Die Gemeinde bezahlte den Sägerlohn, den Stundenlohn des Zimmermannes und Beschläge und Nägel. Alle übrigen Leistungen (Dach, Betonierarbeiten, Zement u. dgl.) erbrachte die Feuerwehr selbst. In der Folgezeit wurde weiteres Schlauchmaterial, eine Hand-Feuerpumpe, Tragbahre, Steigerausrüstungen, Laternen, Schaufeln und Pickel angeschafft.

In der Nazizeit (1938 - 1945) konnte infolge der laufenden Einberufungen zum Militärdienst der Mannschaftsstand und der Einsatz nur teilweise aufrechterhalten werden. Durch die Unsicherheit, als Feuerwehrmann eher zum Militärdienst einberufen zu werden, meldeten sich bei Kriegsbeginn verschiedene Kameraden ab. Als noch kaum Jungmänner im Ort hiefür greifbar waren, wurden ältere Jahrgänge zur Feuerwehr verpflichtet. Im Jahre 1943 wurde Julius Dobler von der NSDAP gemaßregelt und musste als Kommandant und Gemeindevertreter abtreten; ihm wurde sogar das Konzentrationslager angedroht, weil er sich weigerte, ein so genanntes Nazi-Kriegerdenkmal für die gefallenen Soldaten aus Blons zu errichten. Für ihn wurde Josef Bertel als Nachfolger (2. Feuerwehrkommandant) zwangsverpflichtet. In der so genannten Systemzeit (1938 - 1945) musste der bisherige Übungsdienst nach dem deutschen Reglement durchgeführt werden. Auch die Chargen erhielten geänderte Bezeichnungen.

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1. Gerätehaus: 1935 erbaut, 1954 durch die Lawine zerstört.

Zwischenzeitlich wurde auch Josef Bischof, 56, mit der Kommandostelle betraut (1943-1945). 

Mit dem Kriegsschluss und der Beendigung der Naziherrschaft begann für die Feuerwehr eine neue Etappe, der Wiederaufbau. Weil im Protokollbuch, begonnen 1933, von 1940 – 1954 Eintragungen fehlen, wurden für diese Zeit nur lückenhafte Erinnerungsprotokolle verfasst.

1945 wurde Josef Jenny, Nr. 65, Kommandant der Feuerwehr. Er übernahm eine Restmannschaft von neun Mitgliedern, die dann durch Neuaufnahme von elf Mann wieder auf den vollen Mannschaftsstand aufgefüllt wurde.

Ein regelmäßiger Probendienst konnte wieder beginnen, und neuer Geist zur Zusammenarbeit erfüllte den Verein. Bereits 1945 fand in Blons wieder die 1. Kreisübung statt. Die Zeit bis 1983 weist ein ausgezeichnetes Vereinsleben aus. Durch Grundlehrgänge, verschiedene Kurse für Maschinisten, Funker, Gruppenführer u. a. Disziplinen wurde die Mannschaft ständig geschult.

Die Beteiligung an zahlreichen Leistungskämpfen (Bronze, Teil- und Vollsilber) erhöht den Ausbildungsstand der Mitglieder. Schon 1958 ging eine Gruppe im Leistungskampf »Bronze« unter 36 Gruppen als Sieger hervor. 1977 wurde mit 347 Punkten der 2. Platz im »Teilsilber« errungen, 1978 in der Gruppe B Vollsilber mit 361 Punkten der 2. Platz und 1979 bei großer Beteiligung der 1. Platz im »Vollsilber«.

Als Höhepunkt und in Anerkennung der erbrachten Leistungen durfte im Jahre 1978 eine Wettkampfgruppe zu den Oberösterreichischen Leistungswettkämpfen nach Gmunden, wo sie bei den Bewerben in Silber den 9. Rang (337 Punkte) und mit 387 Punkten den 8. Rang in »Bronze« erreichten. Alle diese Wettbewerbe verlangen immer wieder Einsatz, Disziplin und Freizeit; nur viele Sonderproben lassen hohe Leistungen erwarten.

Ein vielseitiger Ausbildungsstand, aber auch die Pflege der Kameradschaft sind Voraussetzungen für einen einwandfreien Einsatz. In den zahlreichen Brandfällen in- und außerhalb der Gemeinde hat sich die Wehr immer bestens bewährt. Beim Brand der alten Mühle in Sonntag am 29. März 1947 konnte die Freiw. Feuerwehr Blons trotz starken Föhns durch den 1. Einsatz des Schaumlöschgerätes entscheidend das gefährliche Feuer eindämmen. Zahlreiche Kaminbrände (HNr. 1, Sennerei Valentschina, Gastwirtschaft »Gemsie«) sowie entstehende Wiesen und Waldbrände konnten im Keime erstickt werden. Eine besondere Leistung war die Isolierung des Stallbrandes in unmittelbarer Hausnähe in Hinteregg Nr. 31. Leider war bei einigen Bränden (Nr. 29, 42, 69) infolge Wassermangel oder fortgeschrittenen Brandumfanges eine Rettung des Gebäudes nicht mehr möglich. Bei zahlreichen Brandkatastrophen in den Nachbargemeinden stand die Wehr im Einsatz bzw. abrufbereit beim Gerätehaus. Auch beim großen Flächen- und Waldbrand am Südhang des Frassen (Muttersberg) vom 19. bis 22. März 1972 beteiligte sich unsere Wehr mit 12 Mann (mit 3 Motorsägen).

Die Löschkraft der Feuerwehr wurde 1941 durch die Anschaffung der ersten Motorspritze und des Schaumlöschgerätes entscheidend erhöht. 1952 erhielt die Wehr einen Löschwagen, der mangels einer eigenen Garage in Sonntag untergebracht werden musste und somit im Lawinenjahr 1954erhalten blieb. Der Wagen selbst war sehr reparaturanfällig und bewährte sich nicht. 1962 wurde der Wagen um 3.200 Schilling (fällige Reparaturkosten 4.200 Schilling) an die Schrottfirma Längle abgesetzt. Die Feuerwehr stellte sich nun auf PKW-Beförderung von Mannschaft und Gerät um. Damit zählte sie im Brandeinsatz sowie bei Kreisübungen sozusagen zu den beweglichsten Wehren. Die enttäuschende Erfahrung mit dem ersten Löschfahrzeug einerseits und die rasche Einsatzbereitschaft durch PKW andererseits waren selbst bei denWehrmännern alles weniger dazu angetan, die Neuanschaffung eines Löschwagens im Hinblick auf die finanzielle Lage der Gemeinde unbedingt zu betreiben. Man war eher geneigt, innerhalb der Gemeinde das Hydrantennetz auszubauen.

In der Vereinsgeschichte war das Jahr 1954wegen der Lawinenkatastrophe ein Schicksalsjahr. Durch die Montcalvlawine ging nicht nur das Gerätehaus mit sämtlichem Inventar verloren, auch zwei Wehrkameraden - Alois Jenny, HNr. 37, und Isidor Hartmann, HNr. 7 – fanden in den Lawinen den Tod.

Für den pausenlosen, schweren Einsatz der Feuerwehr wurde Hauptmann Julius Jenny vom Bundespräsidenten mit der »Silbernen Medaille für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Auch vom Lande Vorarlberg erhielten Julius Jenny, Gabriel Müller und Albert Dünser das »Silberne Verdienstzeichen«. Beiden Bergungs- und Aufräumungsarbeiten im Tale leisteten 381 Feuerwehrmänner über 12.000 Arbeitsstunden. 

Wurde das Löschinventar nach der Katastrophe auch voll ersetzt, so fehlte das dringend notwendige Gerätehaus. Fortan stand die Forderung im Raum. Es sollte nun an einer lawinensicheren Stelle errichtet werden. Weil die Suche nach einem geeigneten Bauplatze den Bau verzögerte, wurden die Wehrmänner ungeduldig und drohten mit einem Streik; sie wollten die Uniformen der Gemeinde zur Vor Verfügung stellen und damit eine rasche Entscheidung erzwingen. Der Eklat wurde in einer außerordentlichen Versammlung am 14. Mai 1957 im Beisein von Behördenvertretern durch ein klärendes Gespräch verhindert und ein Vergleich herbeigeführt.

 

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Einweihung des Gerätehauses 1961 - 1957 errichtet

Noch im selben Jahre wurde von der Firma Wucher am rechten Ufer des Lucitobels auf dem Grunde des Robert Dobler das neue Gerätehaus erbaut und am 17. März 1958 von der Feuerwehr eingerichtet und bezogen.

AnläßIich der Kreisübung am 11. September 1961fand die Weihe des Gerätehauses, verbunden mit der 1. Fahrzeugweihe statt. Harmonieklänge verschönten die Feier und ein Ballabend schloß den Freudentag.

In der Folgezeit wurde der Gerätestand durch die Anschaffung von weiterem Schlauchmaterial, 2 Funkgeräten, Aluleiter, einer VW-Pumpe (1975 - S50.000,-), Schutzanzügen, Stromaggregat und FlutIichtlampen erweitert und verbessert. Auch eine Sirene wurde 1971im Schulhause installiert; bis dahin mußte man auf die Sirene in Raggal hören.

Zu einem besonderen Festtag unserer Feuerwehr wurde der Landesdelegiertentag am 6. Mai 1962. Unserer Wehr oblag Organisation und festliche Gestaltung des Verbandstages.

Ein weiterer Höhepunkt im Vereinsgeschehen war die Weihe der Vereinsfahne am 27. November 1963- verbunden mit dem 30jährigen Bestehen der Feuerwehr (1933 - 1963). Zur Finanzierung der Fahne überließ die Gemeinde der Feuerwehr 33 fm Rundholz am Stamm. Die Fahne wurde von den Klosterfrauen in Altenstadt um den Preis von S 18.000,- angefertigt. Die Patenschaft übernahmen Erika Erhart und VS-Dir. Ernst Bickel. Fritz Jenny wurde zum ersten Fähnrich gewählt. Zugleich wurde an diesem Tage Julius Dobler als Gründer und erster Feuerwehrkommandant zum ersten Ehrenmitglied des Vereines ernannt und ihm eine Urkunde überreicht.

Im Jahre 1966 übernahm die Feuerwehr die Errichtung eines Gipfelkreuzes auf unserem Schicksalsberg, dem Falvkopf. An der Weihe, die im August stattfand, beteiligten sich ca. 250 Bergfreunde.

1977 übergab Julius Jenny nach 24jähriger Führung die Kommandantenstelle an Valentin Erhart und trat aus der Mannschaft aus.

Im Winter 1981/82 machte der Schneedruck bei den Höfen Nr. 8, 18, 26 und 59 schwer zu schaffen. Besonderen Einsatz erforderte die Ausschaufelung eines Fahrweges nach dem obersten HofNr. 52 in Hüggen, damit das Vieh abgetrieben werden konnte. Bei einer Schneehöhe bis zu 3 m war auch mit Schneedruck und Lawinengefahr zu rechnen. 

Seit 1976 stand wieder die Anschaffung eines Löschfahrzeuges im Gespräch. Vor allem von außen wurde die Gemeinde immer wieder gedrängt, das Fahrzeug anzuschaffen. Die Gemeindevertretung hat in der Sitzung vom 17.8. 1982 beschlossen, anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums im August 1983einen Feuerwehrwagen, Marke »Chevrolet«, zur Verfügung zu stellen. Hiefür wurden im Voranschlag 1983 vorerst S 400.000,- eingesetzt.

Neben der Bekämpfung von Bränden, Schneedruckgefahr, Bergung von Verunglückten, Leistungskämpfen und Räumung der Gerinne von Unrat hat der Verein auch die Pflege der Kameradschaft und damit das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Einsatzfreude im Auge behalten. Das Unterhaltungsprogramm umfasste Ausflüge, Jasserbälle, Funkenbau und -feier, Theateraufführungen, Schirennen u. ä. Veranstaltungen. Schon 1936 führte die Feuerwehr die »Junggesellensteuer«, 1947 das Spiel »Der Dorflump und 1964 das Lustspiel »Die Esel von Gacka« auf. Fast jährlich konnte die Vereinskasse durch gut besuchte Jasserbälle aufgebessert werden. Zum Ablauf des Vereinsjahres zählte als Dank für die eifrige Probenarbeit der Vereinsausflug, der zumeist zu den Nachbarn in Tirol, Südtirol, der nahen Schweiz oder gar ins Schwabenland führte. Der fast obligate Besuch von Feuerwehrfesten Vorarlbergs gehörte zum Zufalls-Programm der Mannschaft. So wechselten Ernst und Freude im Leben der Feuerwehrmänner und schlossen sie immer wieder zu einer einigen  Kampfgemeinschaft zusammen.

Abschließend kann festgestellt werden, dass die Freiwillige Feuerwehr Blons in der vergangenen Jubiläumsperiode inner- und außerhalb der Gemeinde sich durch ihren uneigennützigen und raschen Einsatz voll bewährt hat und bei allen Katastrophen durch Feuer , Wasser und Lawinen "getreu ihrem Wahlspruche »Alle für einen und einer für alle« ihrer Aufgabe gerecht wurde. Ihr gebührt der Dank der ganzen Bevölkerung und ebenso die finanzielle Unterstützung durch Gemeinde und Land. Sie ihrerseits bedankt sich für alle Zuwendungen und Unterstützungen durch die heimische Bevölkerung und der öffentlichen Hand.

Möge unsere Wehr auch weiterhin ihre Aufgabe erfüllen und vereint mit ihrem Patron St. Florian den wilden Elementen trotzen.

Brandgeschehen von 1900-1981 

Seit 1900 sind in Blons fünf Häuser mit sechs Ställen dem Feuer zum Opfer gefallen. Weiters entstanden durch Kaminbrand fünf gefährliche Brandausbrüche, die teils Innenbrände bzw. Dachbrände auslösten. Durch raschen Einsatz konnte größeres Schadenfeuer verhütet werden. Ebenso entstanden drei Wald- und Wiesenbrände, deren Ausbreitung noch rechtzeitig verhindert werden konnte. Es folgt nun eine chronologische Aufzeichnung des Brandgeschehens:  

4. Juli 1904 

Infolge eines Blitzschlages brannte während des Tages das Gehöft Nr. 52 in Hüggen (Josef Anton Erhart) mit Haus und zwei Ställen vollkommen nieder. Die Gemeinde schenkte dem Abbrändler zum Wiederaufbau 35 Stämme; er war nicht eingeforstet. 1954wurde'das Gehöft von der Falvkopflawine zerstört. '

7. Februar 1921 

Durch Überhitzung des Kachelofens im Schulzimmerin Blons wurden der Nachteingefährlicher Zimmerbrand entfacht, der in den vielen Lehrmitteln, die auf dem Ofen gelagert waren, erste Nahrung fand. Der im Parterrgeschoß schlafende Kaminfeger Eduard Bickel wurde durch eine zu Bodenfallende Tafel (Herz-Jesu-Bild)geweckt und auf den Brand aufmerksam gemacht. Mit einigen Männern konnte er in der bitterkalten Winternacht das um sich greifende Feuer löschen. Ein ausbrechendes Großfeuer hätte wohl den ganzen Dorfkern - Kirche mit 6-7 Häusern und einigen Ställen - vernichtet. Zudem lagen auf dem alten Friedhof vier neue Glocken zur Weihe bereit. Das Schulzimmer musste vollkommen renoviert werden. Der Schulbetrieb wurde in die darunter liegende Mesnerstube verlegt. Die Bevölkerung schrieb die Rettung vor dem großen Unheil dem Heiligsten Herzen Jesu zu, dem die Schule kurz vorher geweiht wurde. 

5. Juni 1928 

In der Nacht vom 5.16. Juni 1928 brannte in Oberblons das Gehöft Nr. 20 (Inner-Gadavent bzw. Plons) des altledigen Christian Lorenz vollkommen nieder. Nachts um 1 Uhr wurde die Haushälterin Albertina Nigsch vom prasselnden Feuer geweckt. Beide Inwohner konnten das Haus im letzten Augenblick verlassen; Albertina erlitt an Händen und Armen schwere Brandwunden, an denen sie wegen unsachgemäßer Behandlung zeitlebens litt (im 84. Lebensjahr). Das Feuer brach in der Küche aus, wo Fleisch geselcht wurde. Der Hof wurde nicht mehr aufgebaut, der Grund zu Hof Nr.19 arrondiert. Im Stalle verbrannten die Hühner, die Ziege konnte gerettet werden. 

7. November 1932 

Der Besitzer des Gehöftes Nr. 24 (Patschiel) in Oberblons legte in der Nacht im Stalle Feuer, dem das Gebäude zum Opfer fiel. Die Flammen griffen schon auf den Dachgiebel des Hauses über, konnten aber bis zum Eintreffen der Feuerwehr Thüringerberg mit nassen Tüchern in Schach gehalten werden. Bis dahin wurde in langer Eimerkette von den herbeieilenden Nachbarn das Wasser vom unteren Gasabethabrunnen zur Brandstätte befördert. Die Pumpe wurde mit zwei Pferden nach Oberblons geschafft. Der Brandleger E. B. erhielt sechs Monate schweren Kerker. 

29. März 1947 

Bei starkem Föhn brach in der Sennerei Blons ein Kaminbrand aus, der durch das herzhafte Eingreifen der umwohnenden Männer und Frauen eingedämmt werden konnte. Dabei half eine unbekannte Frauensperson, die nach dem Löschen spurlos verschwand. Die Frauen waren der Meinung, dass ihnen die Hl. Agatha, die im Nebenhause immer sehr verehrt und angerufen wurde, zu Hilfe gekommen sei. Am selben Tage brannte in Sonntag die alte Mühle nieder, wo die Feuerwehr Blons besonderen Einsatz leistete.

10. Jänner 1954 

Am Vortage der großen Lawinenkatastrophe gefährdete ein Kaminbrand in HNr. 40 »Esch« (des Lorenz Türtscher) das Haus. Julius Jenny, der das Feuer bemerkte, konnte mit nassen Tüchern das Feuer ersticken. Es wäre allerdings besser gewesen, wenn das Feuer Haus und Stall vernichtet hätte, denn am anderen Tage zerstörte die Falvkopf-Lawine das Gehöft, wobei im Hause neun Personen ums Leben kamen. 

28. September 1960

In der Mittagszeit - zwischen 11 und 13Uhr - brach im Hause Nr. 69 »an der Gaß« (Katharina Scheffknecht) Feuer aus, dem das Gebäude zum Opfer fiel. Trotz Einsatz der Feuerwehr konnte das Haus nicht mehr gerettet werden. Der Brand war zu weit fortgeschritten und die Wasserbringung sehr erschwert. Die Brandursache blieb ungeklärt.

5. April 1961

Unterhalb des Gehöftes Nr. 90 entstand im Walde ein Brand, der aber noch rechtzeitig unter Kontrolle gebracht werden konnte.

22. April 1962

Am Ostersonntag mittags entstand bei der Sennerei Valentschina - bei starkem Föhn – durch Funkenflug aus dem Kamin ein Dachbrand. Durch raschen persönlichen Einsatz und Hilfe der Feuerwehr konnte größeres Unheil vermieden werden.

11. Juli 1963

Ein Kaminbrand im Gasthaus »Gemsie« in Garsella, der bereits auf das Dach übergriff, konnte durch den raschen Einsatz der Feuerwehren von Blons und Sonntag lokalisiert werden.

23. Dezember 1963

Aus ungeklärter Ursache brannte gegen Abend das in sehr desolatem Zustande unbewohnte Haus Nr. 21 (»Kä1i«) (Bes. Alois Müller) samt Stall nieder. Eine Rettung war infolge von Wassermangel nicht möglich. Vermutlich wurde durch einen unbekannten Asylnehmer das Feuer verursacht. Das Gehöft wurde nicht mehr aufgebaut. 

25. Dezember 1965

Ein ausbrechender Brand im Gemeindehause konnte im Entstehen gelöscht werden.

3./4. Juni 1968

Während einer Hochzeitsfeier brach in der Nacht vom 3./4. Juni im Hause Nr. 42 »Herawies« (Besitzer Julius Jenny, Feuerwehrkommandant) Feuer aus. Das Haus konnte trotz raschem Einsatz nicht mehr gerettet werden. Die Brandursache konnte nicht einwandfrei geklärt werden. Es handelte sich um einen Neubau nach der Lawinenkatastrophe 1954.

17. Mai 1969

Im Stall des Gehöftes Nr. 31»Hinteregg« (Besitzer Josef Müller)brach Feuer aus. Durch den vorbildlichen Einsatz konnte das darunter liegende Wohnhaus gerettet werden.

9. März 1975

Ein vermutlich von einem Wanderer verursachter Rasenbrand im Letschwald konnte vor Übergreifen auf den Wald von der Feuerwehr eingedämmt werden. Ein Tankwagen aus Bludenz kam nicht mehr zum Einsatz.

28. Oktober 1975

Durch einen mottenden »Gmüderhaufen« im Bergmahd »HintereZassen«, Gp. 802 entstand ein Rasenbrand, dem auch die Heubarge des Christian Erhart Nr. 19zum Opfer fiel. Durch den Einsatz von zwei Tankwagen aus Nüziders und Bludenz konnte der Brand vor Übergreifen auf den Wald lokalisiert werden.

27. August 1981

Spielende Kinder haben in der Garage des Hauses Nr. 76 »Stutz« (Besitzer Eugen Dornig) durch Entzünden ausfließenden Benzins (Kanister) eine gefährliche Explosion ausgelöst, die auch einen Buben verletzte. Das Feuer konnte durch die Feuerwehren Blons und Sonntag vor Übergreifen auf das Haus gebändigt werden. Durch Ruß- und Wassereinwirkung entstand erheblicher Schaden.

Möge St. Florian uns vor weiteren Feuerschäden bewahren!